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Allianz-Chef attackiert EU-Pläne zu Lebensversicherungen

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Allianz-Chef attackiert EU-Pläne zu Lebensversicherungen

28.02.2011, 15:55 Uhr | dapd

Allianz-Chef Michael Diekmann (Foto: dpa)

Allianz-Chef Michael Diekmann (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Lebensversicherungen machen Allianz-Chef Michael Diekmann eigentlich viel Freude. Die Sparte nahm im vergangenen Jahr 57 Milliarden Euro an Prämien ein und trug mehr als die Hälfte zum Rekordumsatz des Konzerns bei. Der Gewinn stieg kräftig auf 2,9 Milliarden Euro. Aber jetzt droht doppelte Gefahr.

Überschussbeteiligung und Garantiezins sinken

Die niedrigen Zinsen machen die klassische Lebensversicherung, die bei Tod oder im Alter ausgezahlt wird, weniger attraktiv. Marktführer Allianz hat die Überschussbeteiligung für 2011 auf 4,1 Prozent gesenkt - die meisten anderen folgten. Für Neuverträge ab 2013 hat die Aufsichtsbehörde jetzt den Garantiezins von 2,25 auf 1,75 Prozent gesenkt.

Aber was ist die Alternative? Diekmann verwies auf Finanzkrise und Börseneinbrüche und sagte: "Mit einer Verzinsung von 5,6 Prozent über die letzten Jahre haben wir für die Kunden ein gutes Ergebnis erwirtschaftet."

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Neue Regeln für Versicherer

Doch jetzt droht Gefahr aus Brüssel. Die EU will nicht nur den Banken, sondern auch den Versicherern neue Regeln verpassen. Um Kunden bestimmte Ergebnisse zu garantieren, müssen sie nach den Solvency-II-Regeln ab 2013 viel mehr Eigenkapital vorhalten. Das wird teuer - auch für die Versicherten.

"Die deutsche Lebensversicherung ist jetzt durch Solvency II gefährdet", sagte Diekmann. Die Versicherten müssten entweder so hohe Prämien zahlen, dass es sich für sie nicht mehr lohnen würde. Oder sie müssten das Risiko bei der Anlage der Spargelder künftig selbst tragen.

"Bedrohung für die klassische Altersvorsorge"

Selbst kleinste Zinsschwankungen würden für die Versicherungsunternehmen riesige Schwankungen im Kapitalbedarf nach sich ziehen - und ein paar Tage später würden sie sich schon wieder als überflüssig erweisen. Außerdem beuge Brüssel mit Blick auf die Banken einem Risiko vor, das es bei den Versicherungen gar nicht gebe. Brüssel werde die Lebensversicherung "nicht sicherer machen, sondern eher infrage stellen", sagte Diekmann. Der EU-Plan sei "eine Bedrohung für die klassische Altersvorsorge".

2010 wurden 91 Milliarden in Lebensversicherungen eingezahlt

Tatsächlich haben die Deutschen im vergangenen Jahr 91 Milliarden Euro in Lebensversicherungen eingezahlt. Allerdings waren ein Drittel davon Einmalbeiträge, die praktisch auf Tagesgeldkonten geparkt wurden. Die klassische Lebensversicherung mit regelmäßigen monatlichen Beiträgen verliert an Boden, seit 2005 die Steuervorteile für Neuverträge gestrichen wurden. Viele Verbraucherschützer raten ohnehin, die Risikoabsicherung und das Sparen fürs Alter zu trennen.

Aber die Kunden trauen guten Versicherungen zu, dass sie das Geld gut und solide anlegen. Die Leben-Kranken-Versicherung der Allianz hat fast 90 Prozent in Unternehmensanleihen, Pfandbriefe sowie europäische und US-Staatsanleihen investiert. Von den 305 Milliarden Euro stecken sechs Milliarden in spanischen, irischen, portugiesischen und griechischen Staatsanleihen und 24 Milliarden in Aktien. Unterm Strich konnte die Sparte ihr Anlageergebnis kräftig steigern, weil weniger Wertberichtigungen anfielen als im Krisenjahr 2009. Sicherheit gehe künftig noch stärker vor Rendite, betonte Diekmann.


Quelle: dapd

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Kommentare (6)

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Thema: "Allianz-Chef attackiert EU-Pläne zu Lebensversicherungen"

Prof. Hedge schrieb: am 1. März 2011 um 12:54:08
(0) (0) Überschüsse
Lebensversicherungen könnten attraktiv sein und bleiben, würden die Versicherer diejenigen, die das Geld einzahlen,
anteilsmäßig an den Kapitalerträgen teihaben lassen statt einen Großteil an die Eigenkapitalgeber zu transferieren. Das hat nun keiner verstanden, oder?
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Hinterfrager schrieb: am 1. März 2011 um 10:28:12
(0) (0) Altersvorsorge
Wer glaubt, dass eine Lebensversicherung eine gute Altervorsorge ist, der galubt auch, dass wir eine volksnahe Regeierung
haben. Im Ernst: Kapitellebensversicherung (und auch die Riesterrente) bringen nur den Versicherungsunternehmen Gewinn, für die Versicherten ist das ein Draufzahlgeschäft (Abzüge für Verwaltung, PROVISION für Vertreter, diverse Risiken, UNTERNEHMENSGEWINN u.a.- und alles nicht zu knapp).
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AD- Kunde (alt und doof) schrieb: am 28. Februar 2011 um 18:16:19
(0) (0) Risiko-Papiere
Das Prämienaufkommen der der Allianz-Lebensversicherung mit 57 Milliarden EUR weckt bei den Investmentbankern natürlich
Begehrlichkeiten, weshalb deren Lobbyverteter in Brüssel auf der Matte stehen ! Deshalb will man auch die steuerlichen Vorteile der LV auf die sog. "Produkte der Investmentbanker" ausdehnen ! Allerdings gilt das Hauptaugenmerk ihrem eigenen Profit, wobei Ihnen das Wohl der Kunden oft egal ist, siehe für AD-Kunden Zertifikate von "Lehman Brother"! .....Schon vergessen ?
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