Verbraucher sparen immer weniger für ihre Altersvorsorge (Foto: imago)Verbraucher verprassen ihr Geld lieber im Shopping-Center als es in ihre Altersvorsorge zu stecken. Das ist zumindest das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag der Dresdner Bank. Demnach investierten die Bürger im Vergleich zum vergangenen Jahr weniger Geld in ihre Altersvorsorge. Nur jeder Dritte ist bereit 100 Euro oder mehr auf die hohe Kante zu legen. Dafür wollen immer mehr Bürger ihr Geld in schnellen Konsum stecken.
63 Prozent der Befragten würden zusätzliches Einkommen lieber ausgeben als in die private Altersvorsorge zu stecken, so die Dresdner Bank. Vor gut einem Jahr hätten sich Konsum und Altersvorsorge dagegen noch fast die Waage gehalten. Die Wirtschaftskrise habe die Verbraucher damit zum Umdenken gebracht und in Kauflaune versetzt. "Die Deutschen sind in Sachen Altersvorsorge insgesamt etwas auf die Bremse getreten", so das Fazit des Dresdner-Bank-Experten Ernst Schiestl.
Konsumneigung bei Älteren nimmt zu
Auffällig sei, dass bei jungen Menschen unter 24 Jahren die Vorsorge-Disziplin überdurchschnittlich ausgeprägt bleibe. Aktuell würden 46 Prozent in dieser Altersklasse 100 Euro lieber für später sparen als konsumieren - in etwa so viel wie im Jahr zuvor. Dagegen nehme die Konsumneigung bei den Älteren um 15 Prozent auf bis zu 65 Prozent zu.
Über zwei Drittel sind bereit zu sparen
Allerdings sind die Bürger grundsätzlich bereit, selbst etwas für ihre Altersvorsorge zu leisten. 71 Prozent sparen privat Geld für die Rente, doch gut die Hälfte legt nur einen kleinen Betrag an. Demnach investieren 53 Prozent bis zu 100 Euro im Monat. Etwa ein Viertel steckt monatlich zwischen 100 und 200 Euro in die Altersvorsorge - etwa denselben Wert ermittelte die Umfrage 2008. Mehr als 200 Euro sparen nur noch 18 Prozent der Befragten - im Vorjahr waren es hier noch 25 Prozent. Ausgewertet wurden Angaben von mehr als 800 Deutschen im erwerbsfähigen Alter.
Niedrigverdiener können kaum vorsorgen
Allerdings stehen bestimmte Bevölkerungsgruppen in Sachen Altersvorsorge besonders schlecht da. Insbesondere Bürger in Ostdeutschland, Frauen sowie Haushalte mit weniger als 1500 Euro Netto-Einkommen seien der Studie zufolge unterversorgt. "Nur etwa jeder zweite Niedrigverdiener hat eine private Vorsorge für die Zeit nach dem Beruf. Hier steuern viele Menschen auf eine große Versorgungslücke im Alter hin“, so Schiestl.
Unterversorgung im Alter verhindern
Damit besteht den Experten der Dresdner Bank zufolge für viele Menschen Handlungsbedarf, um so eine Unterversorgung im Alter zu verhindern. So gelte die Faustregel: Wer vier Prozent seines Bruttoeinkommens konsequent zurücklege, könne die Einkommenseinbußen aufgrund der jüngsten Rentenreform kompensieren. Dabei bieten einfache Riester-Sparpläne ein durchaus kostengünstiges und sicheres Instrument zur Altersvorsorge. „Selbst Kleinsparer können daher mit Förderung leicht eine Zusatzrente erzielen“, erläutert Schiestl. Zudem gilt: Je früher Verbraucher anfangen zu sparen, desto mehr profitieren sie vom Zinseszinseffekt.