23.08.2007, 14:23 Uhr | dpa / t-online.de
Fondsgebundene Rentenversicherungen erfreuen sich bei Versicherungsvermittlern zunehmender Beliebtheit. Diese Produkte, so versprechen die Verkäufer, bieten alle Vorteile der privaten Rentenversicherung, während die Kunden gleichzeitig von den Zuwächsen der weltweiten Kapitalmärkte profitieren. Doch nicht jeder Anbieter hält was er verspricht und nicht für alle sind diese Policen gleichermaßen geeignet. Zu diesem Ergebnis kommt die Zeitschrift „FINANZtest“ der Stiftung Warentest.
Altersvorsorge - Häufig vorkommende Renten-IrrtümerNur zwölf Policen erhielten das Testurteil „Gut“
In diesem boomenden Versicherungssegment wurden allein im vergangenen Jahr über 500.000 Policen verkauft. Erstmals hat „FINANZtest“ die 127 Tarife der Anbieter dieser Versicherungen auf Herz und Nieren überprüft. Dabei kommen die Tester zu durchwachsenen Ergebnissen. Lediglich zwölf Policen erhielten das Testurteil „Gut“. Am besten sind die Angebote von der Hannoverschen Leben, der Neuen Leben, der Cosmos, der Europa und der Alten Leipziger.
Viele Angebote sind zu teuer oder bieten zu schlechte Fonds
Alle anderen Angebote schnitten zum Teil deutlich schlechter ab. Die Tester monieren bei diesen Tarifen vor allem die hohen Abschluss- und Verwaltungskosten, die die Versicherer berechnen. Beim Anbieter Barmenia belaufen sich bei 15 Jahres-Verträgen diese Gebühren auf über 16 Prozent des eingezahlten Beitrages. Überdies haben viele Versicherungsanbieter nur minderwertige Fonds im Portfolio. Zum Teil können Kunden bessere Fonds kaum nutzen, weil sie eine Mindestsumme in jeden Fonds investieren müssen. Diese Vertragsbestimmungen behindern vor allem weniger vermögende Kunden.
Fondsrenten nicht für Verbraucher mit geringen Einkommen geeignet
Für diese Klientel eignen sich diese Versicherungsprodukte nach Ansicht von "FINANZtest" überhaupt nicht. Der Grund: Versicherungsnehmer gehen lange vertragliche Zahlungspflichten ein. Wer aber nur über wenig oder unregelmäßiges Einkommen verfügt, kann nicht garantieren, dass er die vereinbarten Beiträge immer aufbringen kann. Dazu kommt das Anlagerisiko, das allein der Verbraucher trägt. Die Rentenhöhe wird von Anbietern dieser Policen nicht garantiert. Und weder Anleger noch die Anbieter wissen im voraus, wie sich die Kapitalmärkte und damit die erworbenen Fonds entwickeln. Im positiven Fall winken enorme Gewinne, im schlimmsten Fall drohen sogar Verluste, die der Anleger allein tragen muss.
"FINANZtest": Fondsrenten nicht zur Grundsicherung einsetzen
Angesichts der Risiken rät "FINANZtest" Verbrauchern dazu, fondsgebundene Rentenversicherungen nicht für die Grundsicherung einzusetzen. Dazu seien die gesetzliche Rentenversicherung, die Riesterrente, die Betriebsrente und - bei Selbstständigen - die klassische private Rentenversicherung, besser geeignet. Um zusätzliche Ausgaben zu decken, kann eine "gute" Fondspolice infrage kommen.
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Quelle: dpa , t-online.de
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