10.06.2008, 16:52 Uhr | dpa / t-online.de
Kein Schein ins Schwein - flexibler sparen (Foto: imago) Die deutschen Privatbanken schlagen ein flexibleres Vorsorgesystem vor, um den Bundesbürgern mehr Anreize zum Sparen fürs Alter zu geben. Die kapitalgedeckte Altersvorsorge müsse einfacher und transparenter werden, damit sie auch für kleinere Unternehmen und Menschen mit geringem Einkommen attraktiv werde, sagte der Chefvolkswirt des Bundesverbandes deutscher Banken, Bernd Brabänder.
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Altersvorsorge zu komplex
Mit dem seit Anfang des Jahrzehnts geltenden Drei-Säulen-System aus gesetzlicher, privater und betrieblicher Vorsorge sei Deutschland zwar auf einem guten Weg. Doch allein bei der betrieblichen Variante gebe es gleich fünf verschiedene Vorsorgemöglichkeiten, hinzu komme die Riester-Rente. "Die kapitalgedeckte Altersvorsorge ist kompliziert und zersplittert", sagte Brabänder. Das verunsichere Sparer und Unternehmen.Fördergrenze von zehn Prozent des Bruttoeinkommens
Ein Vorschlag des Verbandes ist, die unterschiedlichen Fördergrenzen auf einheitlich zehn Prozent des Bruttoeinkommens zu bündeln. So könne ein Arbeitnehmer, dessen Firma keine betriebliche Vorsorge anbiete, seinen Riester-Plan entsprechend aufstocken. Auch sollte es einfacher werden, den Sparplan zu unterbrechen oder Einmalbeträge einzuzahlen. Lohnerhöhungen sollten teilweise in die Altersvorsorge fließen. Brabänder: "Der Schmerz des Konsumverzichts - und Sparen ist immer Konsumverzicht - wird gelindert."
Mehr Investments in Aktien gefordert
Brabänder sieht die Stärke der kapitalgedeckten Vorsorge derzeit fürs Alterssparen ungenutzt. Um die Renditemöglichkeiten an den Kapitalmärkten zu nutzen, müssten Garantieversprechen gelockert und gleichzeitig der vorsichtige Umgang mit den Ersparnissen der Bürger sichergestellt werden. Entsprechende Erfahrungen aus dem Ausland zeigten, dass Sparer sich dann eher für Investmentfonds entschieden. Trotzdem werde es in Deutschland auch künftig keine Altersvorsorge geben, die nicht zumindest das eingesetzte Kapital garantiere.Ablehnung gegenüber Wohn-Riester
Ablehnend äußerte sich der Verband zu dem geplanten Wohn-Riester. Wenn Ersparnisse aus der Riesterrente für Wohneigentum genutzt würden, bleibe im Alter weniger für die laufenden Kosten. Damit steige die Gefahr der Altersarmut, hieß es. Ende 2007 hatten knapp 10,8 Millionen Bundesbürger einer Riester-Vertrag abgeschlossen. Zugleich wird die Zahl der Berechtigten nach Verbandsangaben auf rund 30 Millionen geschätzt.
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Quelle: t-online.de , dpa
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