23.04.2008, 10:23 Uhr | Financial Times Deutschland
Zukünftige Rentner blicken ins Ungewisse (Foto: imago) In ihrem Monatsbericht schlägt die Bundesbank vor, das gesetzliche Rentenalter weiter anzuheben. Nur wenn bis 2050 das Eintrittsalter weiter deutlich steigt, müssten die Beiträge nicht drastisch angehoben werden. Langfristig, meinen die Bundesbanker, müsste es einen Automatismus für die spätere Rente geben.
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Situation hat sich verändert
Die Bundesbank bezieht sich in dem Bericht auf das Verhältnis von Rentenbezugsdauer zur Dauer der Erwerbsphase. Diese Kennziffer sei seit 1970 von 30 Prozent bis 2007 auf knapp 41,5 Prozent gestiegen. Bliebe das gesetzliche Rentenalter wie bisher bei 65 Jahren, würde die Kennziffer bis 2050 sogar auf 50 Prozent steigen. Für Beitragszahlungen über zwei Jahre würde somit bereits ein Jahr lang Rente bezogen werden.
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Rentenalter muss angepasst werden
Die Bundesbank schlägt deshalb vor, das Rentenalter regelmäßig an die steigende Lebenserwartung anzupassen. Bei einem Renteneintrittsalter von 68,5 Jahren würde die relative Bezugsdauer das 2030 erreichte Niveau demnach bis 2050 nicht überschreiten. "Eine an die steigende Lebenserwartung gebundene regelmäßige Erhöhung des Rentenalters könnte hier langfristig Planungssicherheit für alle Beteiligten schaffen", heißt es im Bundesbank-Monatsbericht.
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Rentenbezug nach Vorbild des Arbeitslosengeldes I
Die Bundesbank facht damit die Diskussion um die Rente weiter an. Erst am Wochenende war Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) mit einem Vorschlag vorgeprescht, der die Rentenkasse weiter belasten würde. Rüttgers plädierte für eine höhere Rente für mehr Beitragsjahre nach dem Vorbild des Arbeitslosengeldes I. "Wer lange in die Rentenkasse eingezahlt hat, muss mehr Rente bekommen als nur die Grundsicherung", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Heute kriegen Arbeitnehmer, die etwa 35 Jahre lang geringe Beträge eingezahlt haben, eine Rente, die nicht höher ist als die Grundsicherung."
Thema Altersarmut darf nicht dem Populismus verfallen
Wegen seines Vorstoßes erntete Rüttgers bereits Kritik. Der Vorsitzende der Unionsfraktion, Volker Kauder, lehnt eine höhere Rente für Geringverdiener ab. Der Vorschlag des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten würde bedeuten, dass auch die Bezieher höherer Renten eine Erhöhung ihrer Altersbezüge bekommen würden, weil jeder Beitragseuro gleich behandelt werden müsse, sagte Kauder in der ARD. Auch der Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium, Klaus Brandner (SPD), kritisierte Rüttgers. "Ich kann nur davor warnen, nun beim Thema Altersarmut in Populismus zu verfallen", sagte er dem "Handelsblatt". "Der richtige Weg zur Bekämpfung der Altersarmut ist mehr Beschäftigung zu auskömmlichen Löhnen."
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Quelle: Financial Times Deutschland
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