CSU-Politiker fordert von Rentnern Urlaubsverzicht
22.07.2009, 11:27 Uhr | lgs
Das Rentenalter genießen (Foto: Archiv)Der CSU-Politiker Johannes Singhammer hat Rentner zu einem Urlaubsverzicht aufgefordert, um mit dem eingesparten Geld im Rahmen der Generationen- gerechtigkeit junge Leute zu unterstützen. "Die Jungen haben die Pflicht, sich um die Älteren zu kümmern", sagte der familienpolitische Sprecher der Unionsfraktion der "Bild"- Zeitung.
"Gleichzeitig fände ich es schön, wenn auch Ältere ein Zeichen setzen. Diejenigen, die es sich leisten können, sollten hin und wieder mal auf einen Urlaub verzichten und so mit den Ersparnissen die junge Generation unterstützen." Der Urlaubs-Verzicht könne zu einem besseren Verhältnis zwischen Jung und Alt beitragen.
Scholz gegen Rentensenkungen
Unterdessen hält Bundessozialminister Olaf Scholz (SPD) eine Senkung der Renten oder vergleichbare Maßnahmen für nicht verantwortbar. Angesichts der Wirtschaftsleistung in Deutschland sei ein solcher Schritt derzeit auch keinesfalls notwendig, sagte Scholz in Berlin. Vergangene Woche hatte das Bundeskabinett seinen Sozialbericht 2009 verabschiedet.
Finanzielles Polster erlaubt Rentengarantie
Im übrigen habe die Rentenversicherung derzeit wieder ein Polster von 16 Milliarden Euro, sagte Scholz. Dies entspreche einer Monatsausgabe der Rente. Mit diesem Polster könne man entspannt in die Zukunft schauen. Eine Rentenkürzung sei angesichts eines solchen Polsters nicht vermittelbar. Die harten Reformen im Sozialsystem der vergangenen Jahre hätten sich gelohnt. Deshalb sei es jetzt auch möglich, eine Rentengarantie auszusprechen.
Mehrausgaben für Soziales
Aus dem Sozialbericht geht hervor, dass in Deutschland demnächst wieder fast jeder dritte erwirtschaftete Euro für Soziales ausgegeben wird. Im vergangenen Jahr flossen etwa 720 Milliarden Euro oder 29 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Sozialleistungen. Der bisherige Höchstwert war 2003 mit 32,3 Prozent verzeichnet worden. 2009 werden die Sozialleistungsausgaben wegen der Wirtschaftskrise auf voraussichtlich 754 Milliarden Euro steigen. Die Sozialleistungsquote - also das Verhältnis von BIP zu Sozialleistungen - dürfte dann 31,9 Prozent erreichen.