05.08.2011, 12:22 Uhr | oca, dpa-tmn
Private Vorsorge im Alter wird immer wichtiger. Denn die gesetzliche Rente bietet nicht immer eine ausreichende Versorgung im Alter. Daher schließen viele Deutsche private Rentenversicherungen oder Lebensversicherungen ab, um sich abzusichern. Für Verbraucher, die jetzt einen Neuvertrag abschließen, werden die Policen allerdings unattraktiver. Der Grund: Der Garantiezins für Lebensversicherungen wird im kommenden Jahr auf 1,75 Prozent gesenkt. Zudem sind immer mehr Kunden unzufrieden mit den Leistungen oder dem Service der Anbieter.
Insgesamt rund 90 Millionen Lebensversicherungsverträge registrierte die Branche in Deutschland im vergangenen Jahr. Zugleich konnten sich die Versicherer über steigende Einnahmen freuen. Die Beitragszahlungen kletterten von rund 82 Milliarden Euro im Jahr 2009 auf mehr als 90 Milliarden Euro im Jahr 2010. Wachstumstreiber waren vor allem Einmalbeiträge, die um etwa 30 Prozent auf fast 27 Milliarden Euro zulegten.
Kein Wunder, dass die Branche insgesamt zufrieden ist. Die große Zahl der Verträge belege, dass die Lebensversicherung als Instrument zur Alters- und Hinterbliebenenversorgung eine große Bedeutung besitze, erklärt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin in seiner Broschüre "Die deutsche Lebensversicherung in Zahlen 2010/2011".
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Die Branche wirbt vor allem mit der Sicherheit: "Mit einer klassischen Lebensversicherung, die garantierte Leistungen und eine Überschussbeteiligung bietet, hat man auch in Zeiten von Finanzkrisen und sinkenden Kursen nie schlaflose Nächte", erklärt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg von Fürstenwerth. "Denn für Lebensversicherer gelten strenge Anlagevorschriften, die von der staatlichen Aufsicht überwacht werden. Versicherer sind gesetzlich verpflichtet, bei der Geldanlage auf Sicherheit, Rentabilität, Liquidität sowie Mischung und Streuung zu achten."
Das bestreitet auch Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten (BdV) in Henstedt-Ulzburg bei Hamburg nicht. "Der Kunde trägt kein Verlustrisiko", sagt der Versicherungsexperte. "Allerdings nur, solange er den Vertrag bis zum Ende durchhält." Tatsächlich bleiben laut BdV aber nicht einmal die Hälfte der Verträge bis zum regulären Ablauf bestehen. Die Folge bei einem vorzeitigen Ausstieg sind oft finanzielle Verluste, denn nicht immer werden alle eingezahlten Beiträge zurückgezahlt. "Außerdem wird nur ein Teil der Beiträge sicher verzinst", gibt Rudnik zu bedenken. "Der Rest fließt in den Todesfallschutz."
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Entsprechend gering sei auch die Rendite. Hinzu kämen Verwaltungs- und Vertriebskosten sowie Provisionen. Das Problem: Kunden könnten diese Kosten oft gar nicht erkennen, denn nicht immer werden sie klar ausgewiesen. "Bei einem Bundesschatzbrief bekommen Sie auch feste Zinsen, und da zieht Ihnen niemand was ab."
Die mangelnde Transparenz hat auch der GDV erkannt und empfiehlt seinen Mitgliedern, eine Gesamtkostenquote auszuweisen und deren Einfluss auf die Wertentwicklung zu zeigen. "Diese Initiative wurde auch von Verbraucherschützern begrüßt", sagt Hauptgeschäftsführer von Fürstenwerth.
Dennoch: Immer wieder sind Kunden mit ihren Lebens- oder Rentenversicherungen unzufrieden, wie Versicherungsombudsmann Prof. Günter Hirsch aus Berlin beobachtet hat. Rund 40 Prozent aller zulässigen Beschwerden fielen 2010 in diesen Bereich. "Der Großteil der Kundenprobleme beruht auf Informationsdefiziten", sagt Hirsch. Die Produkte seien kompliziert und die Verbraucher gingen mit einem Abschluss lange Verpflichtungen ein. "Die Details der Verträge kann kaum ein Kunde verstehen."
Künftig könnte es für die Vertriebsleute der Versicherungen schwieriger werden, Kunden von den Vorteilen einer Kapitallebensversicherung zu überzeugen. Denn zum 1. Januar 2012 sinkt der sogenannte Garantiezins - von derzeit 2,25 Prozent auf dann 1,75 Prozent. Der Garantiezins ist der maximale Zins, den Versicherer ihren Kunden garantieren dürfen, und ist neben Überschussbeteiligung und Schlussüberschuss ein Teil der Rendite.
Aus diesem Grund erwartet Thorsten Rudnik, dass im Herbst viele Vertreter noch einmal in die Offensive gehen, um bis zum Jahresende neue Kunden zu gewinnen. Verbraucher sollten sich aber nicht unter Druck setzen lassen. "Bevor eine Lebensversicherung abgeschlossen wird, sollte erst der eigene Versicherungsschutz auf den Prüfstand gestellt werden", empfiehlt er.
So sollte etwa jeder über eine Haftpflicht- und eine Hausratversicherung verfügen. "Auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist sinnvoll." Wer seine Familienangehörigen im Todesfall absichern will, sollte eine Risikolebensversicherung mit ausreichend hoher Summe abschließen. "Und für den Ruhestand ist die betriebliche Altersvorsorge erste Wahl."
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Quelle: t-online.de , dpa-tmn
Aussteiger schrieb:
am 4. August 2011 um 19:16:28
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Mit 58 Jahren aufgehört
Ich habe für eine LV eine Auszahlung von 500.000 € bei Abschluß zum Ende der Laufzeit vor 35 Jahren versprochen
bekommen. Zwischenzeitlich wurde diese Lebensversicherung ausgezahlt, wobei die Auszahlung etwa 330.000 € betragen hatte. LVs sind deshalb Verarschungen ersten Ranges, denn selbst das Geld angelegt, hätte mir viel mehr gebracht. Zum Glück hatte ich super laufende Betriebe in einer gesuchten Branche + habe alle Geschäfte für viel Geld verkaufen können, wäre auch ohne LV OK gewesen.
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LV-Besitzer schrieb:
am 4. August 2011 um 17:49:10
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totaler Schwachsinn
1. Es ist abhägngig vom Unternehmen bei dem man die LV abschließt. Es gibt da Unten.die versteckte Kosten so einbauen,
dass wirklich nicht viel dabei rumkommt. 2. Setzt ruhig auf risikoreiche FONDS. Die Blase ist doch schon oft genug geplatz und wird auch weiterhin nicht viel bringen. Meine Schwiegereltern haben für die Enkel vor 10 Jahren 5 jahre lang 3000 in sowas reingesteckt. Jetzt ist der Fond nicht mal 2500 wert. Soviel zum Thema GELD VERBALLERN. 3. Eine LV deckt auch die Todesfall ab.
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Bürger schrieb:
am 4. August 2011 um 17:25:20
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Kapitallebensversicherung
Gerichtsurteil: "Kapitallebensversicherung ist staatlich sanktionierter Betrug"! Erstritten vom BDV.
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