03.05.2010, 18:00 Uhr | wid, jdc
Häuslebauer nutzen bisher kaum Riester-Hypothekendarlehen (Foto: imago)
Die Zahl der neu abgeschlossenen Verträge für Wohn-Riester habe sich im vergangenen Jahr schon auf Platz zwei aller Riester-Produkte vorgearbeitet. So konnte man es in der Wirtschaftspresse lesen. Jedoch muss man genauer hinschauen, welche Art von Verträgen abgeschlossen wurde. Ein Blick darauf zeigt laut der Verbraucherzentrale Bremen, dass der Wohn-Riester im Kern bislang weitgehend ein Flop ist.
Wenn vom Wohn-Riester die Rede ist, müssen zwei Sachverhalte auseinander gehalten werden: Im Rahmen der staatlich geförderten Altersvorsorge wird seit 2008 auch die Tilgung von Darlehen gefördert, die zur Finanzierung einer neu angeschafften und selbstgenutzten Immobilie aufgenommen werden. Dabei wird eine Sparleistung nicht mit Zulagen und eventuellen Steuerersparnissen bedacht, sondern Schulden abgebaut. Der zweite Sachverhalt ist, dass seit 2008 Bausparverträge zu den Produkten zählen, die im Rahmen von "Riester" gefördert werden können. Bausparverträge sind für sich genommen aber zunächst einmal Sparverträge. Sie müssen nicht zwingend zur Finanzierung einer Immobilie eingesetzt werden. Die Förderung wird auch für das bloße Ansparen von Guthaben gewährt. Hält man diese beiden Sachverhalte auseinander, dann sei festzustellen: Bislang sind nur relativ wenige Verträge abgeschlossen worden, bei denen der Abtrag eines Eigenheimdarlehens gefördert wird.
Bei den rund 340.000 Verträgen, die die Bausparkassen nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr abgeschlossen haben, handelt es sich bislang zu 95 Prozent und mehr um reine Sparverträge. Wie Nachfragen der Verbraucherschützer ergeben haben, liegt die Quote von geförderten Finanzierungen bei den einzelnen Bausparkassen zwischen null und fünf Prozent. Für die Anbieter von Riester-Hypothekendarlehen liegen bislang keine Zahlen vor. Daher sei zu vermuten, dass die Zahlen und Quoten ähnlich niedrig sind. Dafür spricht, dass es bislang nur sehr wenige Anbieter gibt, die überhaupt ein förderfähiges Darlehen mit einer laufenden Tilgung anbieten. Es gibt zwar eine Reihe von Vertrieben und Banken, die den Abschluss eines solchen Darlehens vermitteln. Das sind im Wesentlichen die DSL-Bank, die Allianz Lebensversicherung sowie die WL-Bank.
Die Gründe für die geringe Nutzung des Wohn-Riesters dürften deshalb auf der Anbieterseite zu finden sein. Weil der Wohn-Riester in der Tat recht komplex ist, bedarf es eingehender Erklärungen und es müssen mehr Aspekte berücksichtigt werden als bei einer ungeförderten Eigenheimfinanzierung. Um diesen Herausforderungen gerecht zu werden, sind daher eine gründliche Fortbildung und eine höhere Qualifizierung der Berater notwendig. Hinter vorgehaltener Hand sei gemäß den Verbraucherschützern zu hören, dass sich große Kredit-Produzenten mit dem Wohn-Riester zurückhalten, weil sie Beratungsfehler durch überforderte Vertriebe fürchten.
Bei einer Umfrage unter 15.400 t-online.de-Nutzern gaben 57,2 Prozent an, dass sie überhaupt nicht riestern. 22,6 Prozent der Riester-Sparer unter den Befragten setzen auf eine geförderte Rentenversicherung. 15,4 Prozent sparen mit Riesterfondssparplänen fürs Alter. Banksparpläne (3,1 Prozent) sowie Wohn-Riester (1,7 Prozent) werden kaum von t-online.de-Lesern genutzt.
Quelle: t-online.de
Deppendorfer schrieb:
am 4. Mai 2010 um 09:33:09
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Riestern lohnt sich - für wen ?
Warum schießt der Staat eigentlich bei einem Teil von privatwirtschaftlichen Sparverträgen zu und bei
anderen nicht ? Nur weil der Name eines Expolitikers draufsteht, der sich damit ein Denkmal setzen wollte ? Wem bringt riestern denn was ? Doch nur jenen, die Arbeit und genug Geld haben, um sich den Überschuss als Spareinlage überhaupt leisten können. Jenen, die einen Rentenzuschuss am dringendsten nötig hätten, profitieren davon jedoch garnicht ! Die Anbieterfirmen dagegen sehr !
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