Gute Nachrichten für Rentner - 2009 erhalten sie mehr Rente (Foto: imago)Die Renten sollen nach jetzigem Stand im Juli um etwa 2,5 Prozent steigen. Diese Größenordnung hat Rentenpräsident Herbert Rische genannt, wie der CDU-Politiker Peter Weiß der Nachrichtenagentur AP berichtete. Das Sozialministerium betonte allerdings auf Anfrage, dass die Zahl noch "eine reine Schätzung und keine gesicherte Erkenntnis" sei.
Wie hoch die Rentenerhöhung im Juli genau ausfällt, steht erst im März fest, wenn alle Wirtschaftsdaten für 2008 ausgewertet sind. Denn die Altersbezüge richten sich nach der Lohnentwicklung des Vorjahres. Rische, Präsident der Deutschen Rentenversicherung, nannte die Größenordnung jetzt bereits auf Fragen von Senioren in einer öffentlichen Veranstaltung, wie der CDU-Abgeordnete Weiß berichtete (Voraussetzungen für die gesetzliche Rente).
Rentner können "relativ zufrieden" sein
Die Erhöhung wäre etwas geringer als die zuletzt vorausgesagten 2,75 Prozent. Weiß sagte, dennoch könnten die Rentnerinnen und Rentner mit einer solchen Anpassung "relativ zufrieden" sein, zumal sie deutlich höher ausfalle als in den vergangenen Jahren. Der CDU-Politiker erinnerte daran, dass der Krankenkassenbeitrag nach dem Anstieg zu Jahresbeginn ab Juli auch für Rentner wieder sinke.
"Kürzungsfaktoren abschaffen"
In den vergangenen fünf Jahren haben die Rentner 8,5 Prozent an Kaufkraft verloren. Dies meldete die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf Experten der Universität Freiburg. Hintergrund sind geringe Rentenerhöhungen, höhere Sozialbeiträge und hohe Inflation. Das Rentenniveau - das Verhältnis von Löhnen und Renten - sank demnach von 52,3 Prozent 2006 auf 50,3 Prozent im vergangenen Jahr.
Linke fordert Rettungspaket für Rentner
Der Sozialverband VdK verlangte die Rücknahme aller Rentenkürzungen aus den jüngsten Reformen. Verbandspräsidentin Ulrike Mascher sagte "Bild", vielen Rentnern bleibe "keine Luft mehr für weitere Einsparungen". Sie seien gezwungen, sich in Minijobs etwas dazuzuverdienen. "Sämtliche Kürzungsfaktoren bei der Rente müssen abgeschafft werden", sagte Mascher. Die Rentner dürften "nicht länger von der Einkommensentwicklung abgehängt werden". Die Linke forderte ein "Rettungspaket für Rentner".
Gegen drohende Altersarmut künftiger Rentner erwägen inzwischen sowohl Union als auch SPD Gegenkonzepte. "Wir wollen die beitragsbezogene gesetzliche Rente nicht in Frage stellen, aber wir müssen Geringverdienern im Alter einen Mindestlebensstandard biete", sagte SPD-Präsidiumsmitglied Ralf Stegner der "Rheinischen Post".
Steuerfinanzierte Zuschüsse für niedrige Renten
Nach Informationen der Zeitung will die SPD-Linke im Wahlprogramm einen steuerfinanzierten Zuschuss für Rentner durchsetzen, die mindestens 35 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben, aber aufgrund ihrer geringen Lohns nur ein Altersgeld in Höhe der Grundsicherung beziehen würden. In der Unionsfraktion gibt es ähnliche Pläne. "Wir sind der Auffassung, dass es bei geringen Verdiensten in der Zukunft eine Mindestsicherung in der Rente geben muss", sagte CDU-Experte Weiß der Zeitung. Ein solches Instrument käme für Arbeitnehmer in Frage, die mindestens 35 Jahre in die Rentenversicherung einbezahlt haben. Es müsse bedarfsgerecht ausgestaltet und über Steuern finanziert werden.