Grünen-Fraktionsvize Christine Scheel (Foto: Imago)Die Grünen wollen laut einem "Focus"-Bericht die staatliche Förderung der Altersvorsorge radikal vereinfachen. Einem Konzept von Grünen-Fraktionsvize Christine Scheel zufolge soll jeder Sparer bei privater und betrieblicher Vorsorge unabhängig von Alter und Beruf bis zu 3000 Euro im Jahr steuerfrei auf ein Altersvorsorgekonto einzahlen können, wie das Nachrichtenmagazin schreibt. Falls die Grünen-Fraktion zustimme, solle das Konzept noch im April in den Bundestag eingebracht werden.
Das Altersvorsorgekonto soll demnach dem Finanzamt gemeldet und bei einer Bank oder einem anderen Finanzinstitut geführt werden. Die Sparer könnten das Geld in Aktien, Schatzbriefe, Fonds oder Versicherungen stecken. Laufende Erträge oder Umschichtungen sollten demnach steuerfrei bleiben. Steuern würden erst fällig, wenn der Kontoinhaber seine Erträge abhebe.
Anreiz: Steuersatz im Alter niedriger
Für die Auszahlungen gebe es keine formalen Beschränkungen wie etwa ein Mindestalter. Allerdings müssten Auszahlungen grundsätzlich in vollem Umfang zum individuellen Steuersatz versteuert werden. Damit würden auf Grund der Steuerprogression genügend Anreize gesetzt, das Ersparte auch erst im Alter und in kleineren Raten über die Zeit zu entnehmen. Im Alter ist der Steuersatz meist niedriger, weil nicht mehr das Bruttogehalt zu versteuern ist, sondern die Rente, auf die nur noch wenige Sozialabgaben gezahlt werden müssen.
Komplexe Regelungen bei Riesterrente und Betriebsrente
Bisher gibt es für private, etwa die Riesterrente, und betriebliche Altersvorsorge, etwa eine Pensionskasse, unterschiedliche und oft komplexe Regelungen. Außerdem müssen Vorsorge-Sparer viele Regeln beachten, um die steuerliche Förderung nicht zu verlieren. So dürfen etwa Einzahlungen in die Riesterrente nicht vor Ende der Laufzeit des Vertrags entnommen werden. Ansonsten muss die staatliche Förderung wieder zurückgezahlt werden.