Deutsche haben Angst vor Altersarmut. (Foto: imago)Fast drei Viertel (73 Prozent) der Deutschen glauben, dass Altersarmut schon in wenigen Jahren eines der größten Probleme des Landes sein wird. Dies ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid für "Bild am Sonntag". Nur 25 Prozent seien anderer Meinung. Besonders groß sei die Sorge mit je 82 Prozent bei den Frauen sowie bei den Menschen, die zwischen 50 und 64 Jahre alt sind, also in den nächsten Jahren ins Rentenalter kommen.
"Einen Systembruch bei der Rente wird es mit mir nicht geben"
Nur ein Drittel (33 Prozent) der Bürger sei der Meinung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), dass die Grundsicherung über die Sozialhilfe Armut im Alter verhindere und somit bei der Rente keine großen Änderungen nötig seien. Merkel hatte vergangene Woche im "BamS"-Interview gesagt: "Einen Systembruch bei der Rente wird es mit mir nicht geben." 36 Prozent forderten dagegen, Bezieher von Mini-Renten sollten zusätzlich über Steuereinnahmen Geld erhalten. Dies hatte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) für Arbeitnehmer vorgeschlagen, die mindestens 35 Jahre Beiträge gezahlt haben.
Ein Viertel für Kürzung der Renten bei Wohlhabenden
25 Prozent der Befragten hätten für eine ganz andere Lösung plädiert: Sie wollten der Umfrage zufolge, dass wohlhabende Rentner weniger Rente erhalten, um dafür die Mini-Renten aufstocken zu können.
Kein Vertrauen in Politiker
Zugleich sagten 50 Prozent der Deutschen, weder Merkel oder Rüttgers noch SPD-Chef Kurt Beck oder Rentenminister Olaf Scholz (SPD) kümmerten sich ernsthaft um die Probleme der Rentner. Nur 28 Prozent behaupteten, die Kanzlerin setze sich für die Rentner ein, bei Rüttgers seien es 24 Prozent. Beck erreiche hier nur 19 Prozent, Scholz gerade mal acht Prozent. Für die Umfrage wurden am 29. April 501 Bundesbürger befragt.