
29.08.2011, 11:56 Uhr | Financial Times Deutschland
Verbraucher in Deutschland müssen sich 2012 auf eine sinkende Verzinsung ihrer Lebens- und Rentenversicherung einstellen (Quelle: dpa)
Zwei Jahre profitierten Policenanbieter davon, dass Anleger ihr Geld nicht auf die Bank brachten, sondern für einen Einmalbetrag eine Lebensversicherung abschlossen. Dass der Boom vorbei ist, beschert den Unternehmen herbe Einbußen.
Die deutschen Lebensversicherer müssen für 2011 mit einem scharfen Umsatzeinbruch rechnen. Nach Informationen der "Financial Times Deutschland" ging im ersten Halbjahr das Neugeschäft gegen Einmalbeitrag, das 2009 und 2010 die Hauptstütze des Absatzes war, um satte 26 Prozent auf 10,5 Milliarden Euro Beitrag zurück.
Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft wollte die Zahl nicht kommentieren. "Wir veröffentlichen keine Halbjahreszahlen zur Lebensversicherung", sagte ein Sprecher. "Dass der Einmalbeitragsboom in diesem Jahr abebben und sich das Aufkommen normalisieren wird, hatten wir aber schon Ende 2010 angekündigt."
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Damit haben die Versicherer einen Teil des Umsatzes mit bankähnlichen Anlageformen wieder verloren, mit denen sie zwei Jahre punkten konnten. 2009 und 2010 meldete die Branche Zuwächse von 7,1 Prozent und sechs Prozent auf zuletzt 90,4 Milliarden Euro Beitragseinnahmen allein in der Lebensversicherung. Damit untermauerte sie ihren Anspruch auf besondere Krisenfestigkeit. 2011 dürfte der Umsatz dagegen insgesamt sinken.
Zahlreichen Versicherungsvorständen ist das gar nicht unrecht. Sie mussten sich gegen Vorwürfe wehren, mit vergleichsweise hoch verzinsten Parkmöglichkeiten kurzfristige Anleger zu bevorzugen - auf Kosten der bestehenden Kunden. Dazu kam, dass die Versicherer den raschen Abzug der Gelder bei einer Zinswende fürchteten und deshalb diese Mittel kurzfristiger als andere anlegen mussten.
Die meisten Gesellschaften verschlechterten deshalb schon 2010 die Konditionen und machten Einmalbeiträge als Parkmöglichkeit deutlich unattraktiver für Anleger. Darüber ärgerten sich Partner-Sparkassen und -Banken, die Kunden mit freien 50.000 Euro oder 100.000 Euro gerne an die Versicherer vermittelten. Dort erzielten sie höhere Zinsen als bei der Bank. Sie hatte dafür beim Kunden gepunktet und eine Provision verdient - mit der Absicht, nach Ende der Niedrigzinsphase die Gelder in die eigenen Bücher zurückzuholen.
Die leichte Steigerung des Absatzes von Verträgen gegen laufenden Beitrag konnte den Rückgang im ersten Halbjahr nicht auffangen. Das Neugeschäft in diesem Kernsegment stieg um vier Prozent auf 2,6 Milliarden Euro Jahresprämie. Das stammt zu einem großen Teil aus automatischen Anpassungen.
Quelle: Financial Times Deutschland
EM-Freund schrieb:
am 30. August 2011 um 19:07:05
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legaler Betrug
...wurde es schon vor Jahren genannt. Das ist es heute mehr denn je! Als Versicherungsaussendienstler habe ich schon sehr
lange Skrupel, diesen Mist zu verkaufen - aber ich lebe nun mal (nicht schlecht) davon. Trotzdem: meine ehrliche Empfehlung lautet: Kauft Edelmetalle (bestenfalls Silber und anonym), das geht niemals kaputt. Die LV/RV könnt ihr in Kürze verbrennen...unabhängig der 1,75% - Verzinsung (nur auf den Sparanteil!!)
Also: Rettet Euer Geld in die Edelmetalle!!
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roman schrieb:
am 26. August 2011 um 20:46:25
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lebensversicherung
das sind ja grausame ungebildete meinungsaeusserungen:allen ,die vor mir ueber diese SPARPROZESSE hergezogen sind,empfehle
ich ein wenig fortbildung in sache "geldanlage"-dann wuessten sie,dass diese form des investierens unter bestimmten voraussetzungen eine sehr gute anlage ist...
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Einer schrieb:
am 25. August 2011 um 08:14:13
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Lebensversicherer
Eine LV ist weit mehr als eine vermeintlich renditeträchtige Anlageform. Wer sie nach wie vor v. a. als Geldanlage sieht,
geht von falschen Voraussetzungen aus. Sie ist zu allererst eine Versicherung, die im Todesfall die Angehörigen finanziell absichert. Kann man jedoch staatliche Zulagen wie bei der betr. AV oder bei Riester nutzen, können zusätzlich auch noch attraktive Nachsteuerrenditen erzielt werden. Hier kann sie als einer von mehreren Bausteinen der gesamten Vorsorge sinnvoll sein.
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