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Lebensversicherungen: Das große Aufräumen der Lebensversicherer

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Das große Aufräumen der Lebensversicherer

23.03.2011, 09:19 Uhr | Financial Times Deutschland

Beispiel Ergo: Lebensversicherer stehen unter Druck (Foto: ddp) (Quelle: ddp)

Beispiel Ergo: Lebensversicherer stehen unter Druck (Foto: ddp) (Quelle: ddp)

In der Branche der Lebensversicherungen ist nichts mehr, wie es war. Traditionsnamen verschwinden, sechs Gesellschaften stellen sogar den Verkauf von Policen komplett ein. Und die Kunden? Die sollten jetzt nichts überstürzen.

Auf der Straße erkennt ihn jeder. Am Ende halfen Günter Kaiser seine Popularität und der perfekt sitzende Anzug aber wenig. Der Vertreter aus der Hamburg-Mannheimer-Werbung wurde nach über 35 Dienstjahren ausgemustert. Noch ein kleiner Internetauftritt im Juni, dann endete am 31. Dezember 2010 der letzte Arbeitstag für Kaiser-Darsteller Nick Wilder. "Hallo, Herr Kaiser" ist Geschichte.

Seinen Job machen jetzt fünf Neue, meist Jüngere. Die verträumte Blonde, der trendige Typ mit den Kopfhörern - die neuen Darsteller spielen keine Vertreter, sondern Kunden: anspruchsvoll, sympathisch, Generation Facebook. 50 Millionen Euro pumpte der Ergo-Konzern in die Kampagne.

Die Lebensversicherer stehen unter Druck

Die ist dringend nötig. Denn nicht nur Herr Kaiser ist weg, sondern der Name Hamburg-Mannheimer gleich mit. Bisher lief der Versicherer als eigene Marke unter dem Dach der Ergo. Jetzt werden seine Lebensversicherungen unter dem Namen Ergo vertrieben. Und: Die Tochter Victoria Leben stellte den Verkauf gleich ganz ein. Der Düsseldorfer Traditionsversicherer wird abgewickelt. So etwas hat es bisher nicht gegeben.

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Der Fall Ergo ist symptomatisch. Die Lebensversicherer stehen unter Druck. Ihre Bestände schrumpfen, der Niedrigzins drückt auf Erträge und Margen, die Kunden zögern beim Abschluss langfristiger Verträge, und 2013 kommt auch noch Solvency II, das die Eigenkapitalvorschriften deutlich verschärft. Die Versicherer retten sich in Fusionen oder Markenverschmelzungen. Sechs haben mittlerweile ganz aufgegeben: Victoria, Bayerische Beamtenversicherung, Delta Lloyd und Hamburger Leben. Den Verkauf eingestellt haben laut Kölner Ratingagentur Assekurata auch zwei kleine Töchter der Stuttgarter, die Familienschutz Leben und die Plus Leben. Weitere dürften folgen. Die Kunden haben kaum Alternativen. Sie sind dem Konzern-Monopoly ausgeliefert.

Bekannte Namen sind verschwunden

Das große Aufräumen. Seit 2000 verschwanden bereits viele Namen: Die Volksfürsorge heißt Generali, die Colonia jetzt Axa, der Deutsche Herold nun Zurich. Als Nächstes wird bei Talanx die schwächelnde Aspecta mit HDI-Gerling Leben verschmolzen. Die Zahl der Gesellschaften schrumpfte von 120 auf 100. Und das ist erst der Anfang. "Die Auslese geht weiter", prognostiziert Manfred Poweleit, Chef des Branchendiensts "Map-Report". Mit Glück gebe es von 100 Gesellschaften in zehn Jahren noch 80.

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Verkäufe, Fusionen oder Übertragungen - die Versicherten, die oft Verträge über drei oder fünf Jahrzehnte abgeschlossen haben, werden mit verschoben. Jeder neue Besitzer muss zwar für die Rechte und Pflichten aus Verträgen einstehen. Schutz und Garantien bleiben erhalten, die Überschüsse fließen weiter. Die Kunden werden vor vollendete Tatsachen gestellt. Ihr Interesse vertritt allerdings die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Gesellschaften ohne Neugeschäft

Die Aufseher dürften mit den aktuellen Umwälzungen gut zu tun haben. Erstmals zogen im vergangenen Jahr gleich vier Lebensversicherer einen Schlussstrich: die Bayerische Beamten Versicherung (BBV), Delta Lloyd, deren kleine Tochter Hamburger Leben und die Victoria Leben. Sie verwalten nur noch bestehende Verträge. Insgesamt gingen so fast 3,5 Millionen Versicherungsverträge in den Run-off. So heißt die Abwicklung im Branchenjargon.


Quelle: Financial Times Deutschland

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Kommentare (20)

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Thema: "Lebensversicherungen: Das große Aufräumen der Lebensversicherer"

Huber C, schrieb: am 24. März 2011 um 14:31:46
(0) (0) Was ein Blödsinn
So, so also dann: Beitrag mtl. 150.- € Zins 6% ( wobei ich nicht wüßte welches Unternehmen z.Zt 6% Garantiert) Laufzeit
30 Jahre - Endbetrag 146.000.- €! ( Eigenleistung 54.000) 146.000 € Kapital bei 3% Inflation ( gefühlte Inflation höher) Kaufkraft in 30 Jahren 60.000 € wobei hier noch keine Steuer berücksichtigt wurde... Kapital 60.000€ an Kaufkraft bei einer Lücke von 1.000€ mtl entspricht 5 Jahren, danach ist das Kapital aufgebraucht.
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Thomas schrieb: am 24. März 2011 um 10:58:30
(0) (0) Was ein Blödsinn
Du bist ein Held. Bewerbe dich doch um den Job des Finanzministers. Wenn man diese dummen Bemerkungen nur liest, dann
erkennt man auch, warum wir in Deutschland immer tiefer sinken. Du glaubst vielleicht etwas verstanden zu haben, aber an dir erkennt man, dass es so nicht ist. Mach weiter so du Held.
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Huber C. schrieb: am 24. März 2011 um 09:48:12
(0) (0) Lebensversicherung
Endlich wachen die Bürger langsam auf und erkennen, daß Riester, Lebensversicherungen & CO nicht zum Vermögensaufbau
geeignet sind! Rechnet man die Inflation und die Steuer mit ein, so bleiben minimale Zinserträge, was später noch eine Kaufkraft eines gebrauchten Mittelklassewagen besitzt! Vermögenaufbau funktioniert micht mit den angebotenen Produkten der Gesellschaften, damit werden nur diese "Reich" - der Rentner kann nach ein paar Jahren trotzdem seine Grundsicherung beantragen!
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