
15.11.2010, 15:09 Uhr | Financial Times Deutschland
79.000 Unternehmen in Deutschland bieten ihren Mitarbeiter eine Betriebsrente an (Foto: imago) (Quelle: imago)
Unternehmen müssen 2010 erheblich weniger für die Insolvenzsicherung ihrer Betriebsrenten zahlen als im vergangenen Jahr. Der Pensions-Sicherungs-Verein (PSV) hat den Beitragssatz für 2010 auf 1,9 Promille festgesetzt. Hinzu kommen aber 1,5 Promille für die Schäden des Vorjahres. Nach der drastischen Pleitewelle und enormer Großschäden wie die Arcandor-Insolvenz hatte der PSV den Beitragssatz im vergangenen Jahr auf 14,2 Promille gesetzt, 2008 hatte er bei 1,8 Promille gelegen.
Arbeitgeber, die ihren Beschäftigten eine Betriebsrente zusagen, müssen dem PSV beitreten. Zurzeit hat der Verein 79.000 Mitglieder. Mit der Zwangseinrichtung will der Gesetzgeber sicherstellen, dass die Beschäftigten bei einer Pleite ihre Ansprüche auf Betriebsrenten nicht verlieren. Im Falle einer Insolvenz übernimmt der PSV die Verpflichtungen der Arbeitgeber. Das wird über die Mitgliedsbeiträge finanziert, die der Verein jeweils im November rückwirkend für das laufende Jahr festlegt.
Allein die Arcandor-Pleite hat die Mitglieder des PSV mit 2,7 Milliarden Euro rund die Hälfte des gesamten Schadenaufkommens gekostet. Um die Belastung der Unternehmen im Krisenjahr in Grenzen zu halten, hatte der Verein einen Teil der fälligen Beiträge auf mehrere Jahre gestreckt. Die Alternative zu dieser Streckung wäre ein Griff in den Ausgleichsfonds gewesen, in dem Rücklagen für besonders schlechte Jahre liegen. Das hätten viele Unternehmen lieber gesehen. Großunternehmen wie IBM müssen durch den hohen Beitragssatz Zusatzbelastungen im dreistelligen Millionenbereich verkraften.
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Viele Mitglieder, darunter auch IBM, haben Widerspruch gegen den Beitragsbescheid für 2009 eingelegt oder wollen das noch tun. Die Frist dafür läuft in diesen Tagen ab. Der Berliner Anwalt Utz Andelewski hat Mandate von mehr als 40 mittelständischen Unternehmen, die sich gegen den Beitragsbescheid für 2009 wehren. "Außerdem sind die Rechtsabteilungen vieler Großunternehmen in dieser Sache aktiv", sagt er. Die Firmen wehren sich dagegen, dass der PSV bei der Beitragsbemessung nicht berücksichtigt, in welchem Ausmaß die Pleite eines Unternehmens die Mitglieder belasten würden. Denn eine Reihe von Unternehmen haben die Betriebsrenten ihrer Mitarbeiter für den Insolvenzfall zumindest teilweise geschützt. Seit Jahren schwelt die Diskussion darüber, ob der Beitragssatz nach Risikoklassen differenziert werden soll. "Der hohe Beitragsbescheid ist ein guter Anlass, die Frage grundsätzlich klären zu lassen", sagt Andelewski.
Quelle: Financial Times Deutschland
PSV-Gegner schrieb:
am 1. Dezember 2010 um 15:40:28
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PSV Abzocke
Ich muß zwangsweise an den PSV Beiträge entrichten, obwohl meine Arbeitnehmer sich für eine Entgeltumwandlung und die
Einzahlung in eine Lebensversicherung entschieden haben. Das Geld wird monatlich abgebucht. Sollte nun die Lebensversicherung insovent werden, hat der Arbeitnehmer Rückgriff auf mich, ich muß also nochmals zahlen, obwohl ich keine Wahl hatte. Erst wenn ich auch insolvent bin, zahlt die PSV. Das ist staatlich verordnete Abzocke und Verhöhnung der Arbeitgeber.
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Karl schrieb:
am 17. November 2010 um 08:31:16
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Betriebsrenten
Warum werden die Unternehmen nicht gezwungen, ihren Mitarbeitern Betriebsrenten zu zahlen. Ich bekomme keine Betriebsrente und
muss von 1600 Euro Rente leben. Das ist doch ungerecht. Mit Betriebsrente könnte ich mir auch mal was leisten und bräuchte nicht den Euro zweimal umdrehen.
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Walter schrieb:
am 17. November 2010 um 08:25:40
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Betriebsrenten
Ich finde Betriebsrenten prima. Ohne meine Betriebsrente von 700 Euro hätte ich es mir nicht leisten können,mit 52 Jahren in
die Frühverrentung zu gehen. Da spielen die 18 Prozent Abzug von der Altersrente keine große Rolle.
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