Prüfer finden tausende fehlerhafte Rentenbescheide
08.09.2009, 15:32 Uhr | dpa / AFP
Fehlerhafte Rentenbescheide verringern die Rente (Foto: imago)Zehntausende Rentner bekommen einem Zeitungsbericht zufolge wegen fehlerhafter Rentenbescheide möglicherweise zu wenig Geld. Wie die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf das Bundesversicherungsamt berichtete, stellten Prüfer eine mangelhafte Beratung von Versicherten und Bearbeitungsfehler bei den Rentenkassen fest. Demnach prüfte die Behörde im vergangenen Jahr 450 Rentenakten und stellte dabei fest, dass viele Rentner zu wenig Geld bekamen. Die Rentenversicherung räumte die Fehler ein und hat sie nach eigenen Angaben inzwischen korrigiert.
"In sehr vielen Fällen müssen auf Veranlassung des Bundesversicherungsamts hin Renten neu festgestellt werden", zitierte die Zeitung aus dem Bericht des Bundesversicherungsamts.
Unzureichende Beratung
Die Prüfer bemängelten dem Bericht zufolge, dass "die Rentenversicherungsträger im Rahmen der Antragsberatung unzureichend beraten". So stießen sie auf den Fall einer vor 1945 geborenen Rentnerin, der die Rentenkasse nicht empfohlen habe, eine Altersrente für Frauen zu beantragen, obwohl sie dadurch erheblich mehr Altersgelder bekommen hätte.
Nachzahlungen im zweistelligen Millionenbereich
Das Bundesversicherungsamt fand dem Bericht zufolge 8000 ähnliche Fälle, sämtliche Rentenbescheide wurden überarbeitet. "Die Berechtigten können sich im Regelfall über die Erhöhung ihrer monatlichen Rente im zweistelligen Eurobereich und Nachzahlungen, die im drei- bis fünfstelligen Eurobereich liegen, freuen. Die Gesamthöhe der Nachzahlungen dürfte sich - ohne die höheren laufenden Zahlungen zu berücksichtigen - im zweistelligen Millionenbereich bewegen", schreiben die Prüfer.
Kein Hinweis auf flexible Altersrente für Frührentner
Mehrere zehntausend Frührentner wurden zudem offenbar nicht auf die Möglichkeit hingewiesen, eine günstigere, flexible Altersrente zu beantragen. In zwei Fällen blieben nach BVA-Erkenntnis nachgezahlte Beiträge von Frauen unberücksichtigt. Dies führte nach Überprüfung zu 270 Euro mehr Monatsrente. Insgesamt entgingen den beiden Frauen rund 16.000 Euro Rente. Das Amt geht von Hunderten ähnlicher Fälle aus. Die Vorgänge zeigten, dass es "nach wie vor schwierig ist, das komplexe Rentenrecht fehlerfrei in die Praxis umzusetzen", lautet das Fazit der Prüfer.