Der Sozialverband Deutschland (SoVD) (Foto: dpa)Der Sozialverband Deutschland (SoVD) will das Thema Rente im Wahlkampf halten. Gegen Altersarmut schlägt er eine Mindestsicherung bei der gesetzlichen Rente und Freibeträge in der sozialen Grundsicherung vor. Vor allem Menschen mit geringen Einkommen, Langzeitarbeitslose und Bezieher von Erwerbsminderungsrenten seien bedroht, sagte SoVD-Präsident Adolf Bauer in Berlin. "Die künftige Bundesregierung muss dieses Thema zügig anpacken."
So seien derzeit bereits mehr als 22 Prozent der Arbeitnehmer im Niedriglohn-Sektor tätig, sagte Bauer. "Minilöhne führen zu Minirenten." Menschen mit wenig Einkommen könnten auch nur schwer privat für ihren Lebensabend vorsorgen. Der Sozialverband fordert daher einen bundesweiten Mindestlohn von mindestens 7,50 Euro. Ein Durchschnittsverdiener müsse heute bereits 25 Jahren arbeiten, um eine gesetzliche Rente auf dem Grundsicherungsniveau von 625 Euro zu erhalten. Im Jahr 2030 dürften es eher 30 Jahre sein.
Geringverdiener sind im Alter auf Grundsicherung angewiesen
Viele Bezieher von niedrigen Löhnen seien daher im Alter auf die Grundsicherung angewiesen. Dabei werden ihnen ihre Rentenansprüche allerdings angerechnet. Liege die Rente zum Beispiel bei 300 Euro, würden 325 Euro Grundsicherung gezahlt. Gestaffelte Freibeträge von maximal 175 Euro schlössen hier eine "Gerechtigkeitslücke", sagte Bauer. Bei 300 Euro Rente würden so nur 125 Euro angerechnet - und 500 Euro Grundsicherung gezahlt. So solle auch die Akzeptanz der gesetzlichen Rentenversicherung gestärkt werden.
Mehrkosten von einer Milliarde Euro jährlich
Dem Verband zufolge beziehen derzeit rund 750.000 Menschen eine Grundsicherung, etwa 500.000 zusätzlich zu einer Rente. Der SoVD- Vorschlag würde damit zu Mehrkosten von rund einer Milliarde Euro jährlich führen. Diese müssten aus Steuermitteln gestemmt werden, forderte Bauer. Der rentenpolitische Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, Volker Schneider, sieht in dem SoVD-Konzept den richtigen Weg zur Vermeidung von Altersarmut. Gebraucht werde aber auch eine Rentenformel, die sich ausschließlich wieder an den Bruttolöhnen orientiere, sagte er in einer Mitteilung.