Auch zukünftige Rentnerinnen bekommen mehr Rente als sie insgesamt eingezahlt haben (Foto: imago)Auch künftige Rentner werden nach Berechnungen der Rentenkassen mehr Geld erhalten als sie an Beiträgen einzahlen. Die Rendite werde sich für Durchschnittsbeschäftigte langfristig bei zwei bis drei Prozent "einpendeln". Damit sei die Rendite in der Gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) "nicht geringer als die vergleichbarer kapitalgedeckter Vorsorgeprodukte", betonten Experten der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Bund am Dienstag in Erkner bei Berlin.
Nach den Berechnungen sinkt aber auch in der Rentenversicherung die Rendite langfristig. Dieser rein rechnerische Wert ist ein Gradmesser dafür, ob sich die Einzahlungen am Ende gelohnt haben. Derzeit liegt die Rentenrendite für Neurentnerinnen des Jahres 2009 bei 4,1 Prozent, für Männer bei 3,5 Prozent. Der höhere Wert für Frauen ergibt sich daraus, dass sie wegen ihrer statistisch höheren Lebenserwartung 3,4 Jahre länger Rente beziehen als Männer.
Renten-Rendite wird ab 2020 sinken
Nach den DRV-Berechnungen sinkt die Renten-Rendite für Neurentner des Jahres 2020 auf 3,4/2,9 Prozent (Frauen/Männer). Sie bleibt dann in etwa auf diesem Niveau bis 2040 stabil. Für das Jahr 2040 wird eine Rentenrendite von 3,3/2,8 Prozent prognostiziert. Bei diesen Einschätzungen ist die längere Lebensarbeitszeit durch die Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters auf 67 Jahre berücksichtigt.
Rentenversicherung wehrt sich gegen Kritik
Immer wieder sieht sich die Rentenversicherung Kritik vor allem aus der Versicherungswirtschaft ausgesetzt: Die Renditeerwartungen in der GRV hätten sich seit 1970 so verschlechtert, dass junge Menschen später weniger an Rente ausbezahlt bekämen als sie an Beiträgen geleistet haben. Dem widerspricht die Rentenversicherung und weist darauf hin, dass auch bei privaten Rentenpolicen die Renditen wegen der Kapitalmarktkrise stark geschrumpft sind. Derzeit gibt es für neue Verträge eine Garantieverzinsung von 2,25 Prozent.
Rentengarantie schadet Jüngeren nicht
Die zuletzt heftig umstrittene Rentengarantie hat nach DRV-Einschätzung keine negativen Auswirkungen auf die Renten-Rendite der Jüngeren. Sollte die Schutzklausel wegen sinkender Löhne greifen, müssten unterbliebene Rentenkürzungen nach aktueller Gesetzeslage mit späteren Rentenerhöhungen verrechnet werden. Sollte auf diese Verrechnung verzichtet werden, brächte dies den Jüngeren auf lange Sicht auch keinen Rendite-Schaden, sagte der DRV-Bereichsleiter für Soziale Sicherheit und Altersvorsorge, Reinhold Thiede: Die Jüngeren müssten dann auf Dauer zwar minimal höhere Beiträge als ohne Garantie bezahlen, ihnen bliebe aber auch das höhere Leistungsniveau erhalten.