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Rentenberechnung sorgt weiter für Zündstoff

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Rentenberechnung sorgt weiter für Zündstoff

20.07.2010, 13:20 Uhr | bab mit dpa

Das Thema Rente bereitet oft Kopfzerbrechen (Foto: imago)

Das Thema Rente bereitet oft Kopfzerbrechen (Foto: imago) (Quelle: imago)

Arbeitnehmer in Ostdeutschland genießen auch weiterhin Vorteile bei der Berechnung der Renten. Wie die "Bild" unter Berufung auf Berechnungen des Bundessozialministeriums berichtet, erhielt ein Arbeitnehmer im Osten bei gleichem Lohn und Beitrag 2009 rund fünf Prozent mehr Rente gutgeschrieben als im Westen.

Auch für 2010 sei mit einem ähnlichen Ost-Vorteil zu rechnen. Im Jahr 2008 hatte der Vorteil demnach rund vier Prozent betragen. "Ostdeutsche Versicherte haben gegenwärtig ein günstigeres Beitrags-/ Leistungsverhältnis in der gesetzlichen Rentenversicherung als Versicherte in den alten Ländern", zitierte "Bild" aus einer bisher unveröffentlichten Antwort des Bundessozialministeriums auf eine Anfrage der Linkspartei.

Dieses günstige Verhältnis gilt allerdings nicht generell für alle Arbeitnehmer im Osten, denn weitere Faktoren spielen eine gewichtige Rolle. Zum einen liegen die Löhne im Osten auch weiterhin deutlich unter dem Niveau des Westens, zum anderen sind die Renten weniger wert als im Westen. Mit der für diese Legislaturperiode geplanten Angleichung der Rentenberechnung lässt sich die Bundesregierung deshalb weiter Zeit, zitiert der "Tagesspiegel" aus derselben Anfrage der Linken.

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Schutzfaktor bleibt bestehen

Eingeführt wurde der Hochwertungsfaktor der Ost-Löhne mit der Rentenüberleitung nach der Wiedervereinigung, um Altersarmut im Osten wegen des dortigen niedrigeren Lohnniveaus zu vermeiden. Geregelt über das sechste Sozialgesetzbuch, war die Hochwertung eigentlich als Zwischenlösung bis zur Herstellung einheitlicher Lohnverhältnisse gedacht, die jedoch auch 20 Jahre nach der Wiedervereinigung nicht hergestellt sind.

Große Gehaltsuntersuchungen wie das Sozioökonomische Panel (SOEP) oder der Arbeitskreis Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung kommen regelmäßig zu dem Ergebnis, dass zwischen den Durchschnittslöhnen im Osten und Westen ein deutliches Gefälle besteht. Die letzte größere Untersuchung in diesem Sektor wurde durch das Beratungsunternehmen Personalmarkt durchgeführt, das die Durchschnittslöhne in deutschen Großstädten betrachtet hat.

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Große Unterschiede bei den Einkommen

Laut Angaben der Bundesregierung auf die Anfrage der Linken lagen die Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer im Jahr 2009 in den alten Bundesländern um ein Fünftel über dem Ostniveau. Während Westdeutschland mit 103 Prozent über dem gesamtdeutschen Schnitt landete, kam der Osten lediglich auf einen Wert von 82 Prozent. In absoluten Zahlen lag das Bruttojahresgehalt im Westen bei 28.500 Euro, im Osten bei 22.700 - der Lohnabstand beträgt also gut 5800 Euro.

"Um bis 2015 eine Angleichung der Löhne zu erreichen, sei im Osten eine um vier Prozentpunkte höhere jährliche Steigerung als im Westen erforderlich", zitiert der "Tagesspiegel" aus der Antwort des Ministeriums. Selbst wenn man sich bis zum Jahr 2030 Zeit ließe, müsse das Plus im Osten um gut einen Prozentpunkt höher ausfallen als im Westen.

Wirklichen Profit aus der Hochwertung zieht also nur der Teil der Beschäftigten im Osten, der auf Westniveau bezahlt wird. Wie hoch dieser genaue Anteil ist, lässt sich nur schwer feststellen, als Indikator kann jedoch die Tarifbindung dienen. Laut Daten des Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung lag die tarifliche Grundvergütung ostdeutscher Arbeitnehmer im Jahr 2009 bei rund 96 Prozent des Westniveaus, allerdings wird im Osten nur jeder zweite nach Tarif bezahlt.

Unterschiedliche Rentenwerte

Ein weiterer Knackpunkt in der Debatte ist der aktuelle Rentenwert. Darunter versteht man den Betrag, der einer monatlichen Rente aus Beiträgen eines Durchschnittverdieners für ein Jahr entspricht. In den Jahren 2009 und 2010 beträgt der Rentewert im Osten 24,13 Euro und im Westen 27,20 Euro. Der Durchschnittsverdienst im Osten ist damit exakt 3,07 Euro oder umgerechnet 12 Prozent weniger für die spätere Monatsrente wert als ein Durchschnittsverdienst im Westen.

Der geringere Rentenwert wird von vielen Ostdeutschen als ungerecht empfunden, während der Hochwertungsfaktor im Westen auf Widerstand stößt. Ziel der Bundesregierung ist es deshalb, eine Angleichung der Rentenwerte in Ost- und Westdeutschland zu erreichen. Einen entsprechenden Vorschlag unterbreitete Bundeskanzlerin Angela Merkel bereits Mitte 2008 und im schwarz-gelben Koalitionsvertrag steht eine Angleichung ebenfalls als Zielsetzung festgeschrieben. In der Praxis erweist sich die Umsetzung jedoch als schwierig.

Angestrebt wird bisher ein einheitlicher Rentenwert in Ost und West bei einem gleichzeitigen Wegfall des Hochwertungsfaktors. Laut Berechnungen des Münchener ifo Instituts würde diese Anpassung für den ostdeutschen Durchschnittsverdiener jedoch einen rund vier Prozent geringeren Rentenanspruch generieren. Bei einer Beibehaltung des Hochrechnungsfaktors und gleichzeitiger Anpassung der Rentenwerte würden die Renten im Osten laut ifo um fast 14 Prozent zunehmen. Ein neuer Lösungsvorschlag für das Problem liegt bisher nicht vor.


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Quelle: dpa , t-online.de

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Kommentare (188)

zum Forum

Thema: "Rentenberechnung sorgt weiter für Zündstoff"

G.ST. schrieb: am 20. Juli 2010 um 19:54:53
(0) (0) Ostrenten
Wenn man den Kommentar zwischen Peter und Roland liest, kommt einenschon weider die Galle hoch. Was haben die schlauen Wessis zur
Wende gemacht, die Schauspielunterricht hatten (13. Jahr ABI)im Osten 12 Jahre. Im Westen nischt mehr geworden und ab in den Osten und sich dicke gemacht, Entschädigungen noch und noch kassiert, die haben wir ja auch unbedingt gebraucht um dann noch vieles zu verhöckern. Beschwert Euch bei der alten Regierung, die doch von den Wessis gewählt wurde...
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Peter § schrieb: am 20. Juli 2010 um 19:42:30
(0) (0) Roland
Es geht um Leute die gehen ohne zuvor ihren DDR-Dreck aufgeräumt zu haben und sich im Westen gleich ins gemachte Nest setzen so wie
du einer bist. Übrigens nächste Woche fliege ich zurück auf die Kanaren und komme nächstes Jahr im Mai wieder hier vorbei. Bevor ich auf die Kanaren ging lebte ich in Florida und besuchte von Miami aus die Karibischen Inseln,weniger Flugstress. Ich meine auch Karibik Virgin Islands,Grenada,Curacao,St.Lucia nicht die Absteige Dom.Rep. oder Kuba. Wo landest Du denn ?
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G.St. schrieb: am 20. Juli 2010 um 19:37:55
(0) (0) Ostrenten
Manche haben immer noch falsche Vorstellungen, die wissen überhaupt nicht wie es war. Es gibt ja auch den schönen Witz: warum
machten die Ossis das Abitur in 12 Jahren und im W. in 13 Jahren? Ja, das 13. Jahr ist der Schauspiel-unterricht. Wenn ein W. was zu meckern hat, soll er sich erst einmal gerne mit Ossis zusammensetzten und diskutieren nicht so pauschal und besserwisserisch quatschen.
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