Viele Rentner müssen mit einer höheren Steuerbelastung rechnen (Foto: imago)Zahlreichen Rentnern in Deutschland droht eine höhere Steuerlast. Denn allen Ruheständlern, denen im Zuge des Renten-Skandals um tausende falsch ausgestellte Rentenbescheide Nachzahlungen zustehen, müssen diese mit einem höheren Satz versteuern. Schuld ist die gestiegene Rentenbesteuerung, die seit dem Jahr 2005 greift. Deshalb müssen Rentner die Nachzahlungen nach dem aktuellen Satz versteuern, wie der Mitteldeutsche Rundfunk in seiner Sendung "Umschau" berichtet.
Damit werden Rentner ein zweites Mal benachteiligt. Denn wären die Steuerbescheide korrekt gewesen, hätten sie entweder keine oder aber deutlich geringere Steuern zahlen müssen. Zudem hätten sie das ihnen zustehende Geld weitaus früher ausgezahlt bekommen.
Einnahmen nach aktuellem Satz versteuern
Im Fall der Nachzahlung wegen fehlerhafter Rentenbescheide gilt nun aber das Zuflussprinzip, demzufolge Einnahmen nach den gesetzlichen Vorgaben zu versteuern sind, die zum Zeitpunkt der Zahlung gelten. Obwohl bis 2005 ein geringer Rentenanteil (19 bis 30 Prozent) zu versteuern war, wird bei einer Auszahlung in diesem Jahr 50 Prozent besteuert. Zudem werden mit der Rückzahlung häufig Freibeträge überschritten. Letztendlich wird der Rentner damit stärker zur Kasse.
Tausende fehlerhafte Rentenbescheide
In der zweiten Septemberwoche war bekanntgeworden, dass tausende Rentner in der Vergangenheit zu wenig Geld erhalten haben. Das Bundesversicherungsamt hatte in einer Prüfung ermittelt, dass die Renten in vielen Fällen neu festgestellt werden müssten. Laut der Deutschen Rentenversicherung wurden 8000 fehlerhafte Bescheide ermittelt, davon kam es in 5200 Fällen zu höheren Rentenzahlungen.