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Rentenversicherung: Jeder Zweite geht in Frührente

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Jeder Zweite geht in Frührente

12.11.2008, 19:34 Uhr | jdc

Jeder zweite geht in Frührente und muss dabei hohe Abschläge in Kauf nehmen (Foto: imago) Jeder zweite geht in Frührente und muss dabei hohe Abschläge in Kauf nehmen (Foto: imago)Bereits jeder zweite Rentenversicherte muss hohe Abschläge auf seine Rente hinnehmen, weil er vorzeitig in den Ruhestand geht. Das geht aus einer aktuellen Statistik der Deutschen Rentenversicherung hervor, die am Dienstag in Berlin bekannt wurde. #

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Altersbezüge im Schnitt um 100 Euro gekürzt

Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung gingen im Jahr 2007 im Durchschnitt die von Abschlägen betroffenen Neurentner 37,2 Monate vor dem eigentlichen Rentenalter in den Ruhestand. Dafür wurden ihre Altersbezüge um durchschnittlich rund 100 Euro auf 745 Euro gekürzt. 2006 waren demnach 49,6 Prozent der Rentner von Abschlägen betroffen. Aus der Statistik der Rentenversicherung geht allerdings auch hervor, dass die durchschnittliche Rente von Arbeitnehmern, die vorzeitig in Ruhestand gingen, trotz der Abschläge 2007 höher ausfiel als die durchschnittliche Rentenzahlung insgesamt, die 660 Euro betrug. Offensichtlich wurde diese Möglichkeit besonders von Ruheständlern mit höheren Rentenansprüchen wahrgenommen.



Besonders viele Frauen unter den Frührentnern

Besonders hoch ist der Anteil der Neurentner mit Abschlägen laut "Bild" bei Frauen. Im Westen stieg demnach der Anteil der Neurentnerinnen mit Abschlägen 2007 um 8,8 Prozentpunkte auf 49,1 Prozent. Im Osten gab es einen Anstieg um 4,1 Prozentpunkte auf sogar 79 Prozent, verglichen jeweils mit dem Stand des Vorjahres. Der finanzielle Verlust deswegen betrug im Westen Deutschlands durchschnittlich 89 Euro und in den neuen Ländern 103 Euro pro Monat. Der rentenpolitische Sprecher der Linken, Klaus Ernst, bezeichnete die Rentenpolitik der Regierung wegen der hohen Zahl der Rentner mit Abschlägen als gescheitert und sprach von einer "Legitimationskrise der gesetzlichen Rentenversicherung".

Höhere Rücklage für die Rentenversicherung

Betroffen waren demnach im vergangenen Jahr 55,1 Prozent der Neurentner. Unterdessen berichtete die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" (HAZ), das Finanzpolster der Rentenversicherung werde bis zum Jahresende um 4,2 Milliarden Euro auf dann 15,7 Milliarden Euro ansteigen. Das Blatt berief sich auf den neuen Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung, der bis Ende November dem Bundestag zugeleitet wird. Debatten gab es weiterhin über eine Ost-Angleichung der Renten.

Finanzielle Lage der Rentenversicherung bessert sich

Die finanziellen Reserven der gesetzlichen Rentenversicherung steigen dem "HAZ"-Bericht zufolge bis Ende 2008 auf 0,97 Monatsausgaben nach 0,72 Monatsausgaben im Vorjahr. Bis 2012 sei sogar ein Anstieg auf 1,54 Monatsausgaben möglich. In diesem Fall müsste der Beitragsatz dann auf 19,2 Prozent sinken. Bis dahin bleibe er stabil bei 19,9 Prozent. Für die 20 Millionen Rentner sagt die Bundesregierung jährliche Steigerungen ihrer Altersbezüge um durchschnittlich 1,9 Prozent bis zum Jahr 2022 voraus, "insgesamt um rund 32 Prozent".



Ministerpräsidenten gegen übereilte Angleichung der Renten

Mehrere ostdeutsche Ministerpräsidenten sprachen sich gegen eine übereilte Angleichung der Rentenberechnung in Ost und West aus. "Wenn sofort der Rechnungsmodus Ost an den Rechnungsmodus West angepasst würde, werden viele schlechter dastehen als heute", sagte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU) der "Berliner Zeitung". "Wir brauchen jetzt keine hektische Diskussion", zitierte das Blatt zudem Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidenten Erwin Sellering (SPD). Er stellte aber zugleich klar, bis 2020 müsse Schluss sein mit unterschiedlichen Renten in Ost und West.

Gysi fordert dagegen schnelle Rentenangleichung

Linksfraktionschef Gregor Gysi warf den ostdeutschen Regierungschefs vor, "Nebelkerzen zu zünden", um "politisches Versagen zu verbergen". Er forderte ebenso wie Grüne und FDP sowie die Gewerkschaft Transnet eine schnelle Rentenangleichung.

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Quelle: AFP , t-online.de

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