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Renten steigen im Osten und Westen deutlich
18.03.2009, 13:53 Uhr | bab
Die Renten in Ost und West steigen deutlich (Quelle: dpa)Die Renten steigen deutlich: Zum 1. Juli gibt es eine Anhebung im Westen um 2,41 Prozent, im Osten um 3,38 Prozent. So stark seien die Renten im Westen seit 1994 und im Osten seit 1997 nicht mehr gestiegen, sagte Bundesarbeitsminister Olaf Scholz. Die Erhöhung gebe einen Schub für die Binnennachfrage. Nehme man die Entlastung von 0,6 Prozentpunkten bei den Krankenkassenbeiträgen dazu, hätten Rentner 2,7 beziehungsweise 3,7 Prozent und damit insgesamt 5,6 Milliarden Euro mehr zur Verfügung. 2007 stieg die Rente um 0,54 Prozent, 2008 um 1,1 Prozent.
Auch Hartz-IV-Empfänger profitieren
Von der Erhöhung profitieren laut Scholz auch die rund 7,6 Millionen Bürger, die Arbeitslosengeld II und Grundsicherung im Alter beziehungsweise Sozialhilfe erhalten. Der Eckregelsatz steigt von 351 Euro monatlich auf 359 Euro. "Die Rentenerhöhung mitten in der Krise zeigt, dass auf unseren Sozialstaat Verlass ist", sagte der SPD-Politiker. Aus den USA kämen Nachrichten, dass Milliarden aus den Pensionsfonds verloren gegangen seien. Viele müssten dort nun länger arbeiten oder erhebliche Abstriche bei ihrem Lebensstandard machen. "Wir hingegen können den Rentnerinnen und Rentnern in Deutschland heute sagen: Sie nehmen an der Entwicklung des Wohlstandes teil."
Merkel freut sich über Erhöhung
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht in der anstehenden Rentenerhöhung einen zusätzlichen Impuls im Kampf gegen die Wirtschaftskrise. Sie freue sich, dass die Rentner die Erhöhung bekämen, sagte Merkel nach einer CDU-Vorstandssitzung am Montag in Berlin. Dies werde zusammen mit der damit verbundenen Steigerung der Hartz-IV-Zahlungen die Nachfrage im Land stärken. Sie betonte, dass die Erhöhungen zu einem echten "Netto-Zugewinn" führen würden, weil die Inflationsrate niedrig sei.
Inflation bleibt auf niedrigem Niveau
Verantwortlich dafür ist der Wirtschaftsabschwung, der den Anstieg der Verbraucherpreise in Deutschland deutlich bremst. Im Februar lag die Teuerungsrate 1,0 Prozent über dem Vorjahr. Im Vergleich zu Januar stiegen die Preise um 0,6 Prozent. Von August bis Januar ist die Rate damit durchgehend gesunken. Im Sommer vergangenen Jahres hatte die Inflation zeitweise noch bei 3,3 Prozent im Jahresvergleich gelegen. Im Jahresdurchschnitt 2008 erreichte die Teuerung mit 2,6 Prozent ein 14-Jahres-Hoch. Die Bundesbank geht inzwischen davon aus, dass die Verbraucherpreise dieses Jahr sogar einige Monate auch sinken werden.
Kritische Stimmen
Doch es gibt auch kritische Stimmen. In den kommenden Jahren müssen Rentner dagegen nur noch mit minimalen Erhöhungen ihrer Bezüge rechnen, wie die Präsidentin des Sozialverbandes, VdK, Ulrike Mascher, bereits letzte Woche erklärte. Wegen der zahlreichen Kürzungsfaktoren drohten den Rentnern ab 2010 "viele Jahre der Mini-Erhöhungen oder Nullrunden". Dazu wird sich ein weiterer Faktor bemerkbar machen. Die Entwicklung der Renten folgt Löhnen und Gehältern und im Krisenjahr 2009 ist eher mit moderaten Erhöhungen zu rechnen. Ob der Nettozuwachs im kommenden Jahr noch einmal so kräftig ausfällt, bleibt also fraglich.
Quelle: t-online.de
, AFP
, dpa