Wegen der massenhaften Kurzarbeit droht Rentnern 2010 eine Nullrunde (Foto: imago)Die rund 20 Millionen Rentner in Deutschland müssen sich im kommenden Jahr wahrscheinlich auf eine Nullrunde einstellen. Denn wegen der massenhaften Kurzarbeit dürfte die für die Rentenberechnung maßgebliche Lohnsumme zurückgehen. Da allerdings die kürzlich beschlossene Schutzklausel gegen eine Rentenkürzung Abschläge bei der Rente unterbindet, kommt auf die Rentner wohl eine Nullrunde zu.
Bei der Deutschen Rentenversicherung Bund (DRV) wurde diese Einschätzung auf dpa-Anfrage als "Spekulation" zurückgewiesen. Es sei für Aussagen viel zu früh, da die für die Berechnung der nächsten Rentenanpassung notwendigen Daten erst im kommenden Frühjahr vorlägen.
Einkommensverluste bei Kurzarbeitern
Es zeichnet sich aber bereits ab, dass die zuletzt teilweise kräftigen Tariflohnsteigerungen nicht oder nur zu einem Teil bei den Beschäftigten ankommen. Dies liegt etwa daran, da Zulagen abgeschmolzen werden. Auch die Einkommensverluste vieler Kurzarbeiter drücken die Realeinkommen: Für die ersten zwei Quartale wurden bereits Minuswerte von 0,4 und 1,2 Prozent errechnet.
Rente wird angepasst
Dass selbst bei einem leichten Lohnzuwachs eine Rentenerhöhung 2010 kaum in Sicht ist, dafür sorgen die anpassungsdämpfenden Faktoren in der Rentenformel. Experten gehen davon aus, dass der Riester- und der Nachhaltigkeitsfaktor Lohnzuwächse bis etwa ein Prozent komplett "auffressen". Erst wenn die Steigerungen darüber liegen, könnte für die Rentner eine Mini-Erhöhung herauskommen.
2009 gab es einen Rentenrekord
Anfang Juli hatten die Rentner die höchste Rentensteigerung seit mehr als zehn Jahren erhalten: Im Osten um 3,4 Prozent, im Westen um 2,4 Prozent. Dazu beigetragen hat, dass der Riesterfaktor für zwei Jahre von der großen Koalition ausgesetzt worden war. Renten-Nullrunden hatte es zuletzt in den Jahren 2004 bis 2006 gegeben.