Sozialverband fordert Korrekturen bei Riesterrente
09.12.2009, 13:03 Uhr | AP, jdc
Forderung nach verbraucherfreundlichen Riester-Produkten (Foto: imago)Die Riesterrente muss nach Ansicht von Sozialverbänden dringend verbraucherfreundlicher gestaltet werden. Die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Ulrike Mascher, forderte im Gespräch mit den "Stuttgarter Nachrichten" strengere staatliche Vorgaben. #
Derjenige, der einen entsprechenden Vertrag abschließe, müsse auch Klarheit haben, was er am Ende zu erwarten habe. Derzeit herrsche bei der Riesterrente "große Unübersichtlichkeit", sagte sie dem Blatt. Es bestünden je nach Produkt und Anbieter erhebliche Unterschiede. Mascher wörtlich: "Das ist angesichts der Steuermittel, die zur Förderung der zusätzlichen Altervorsorge eingesetzt werden, ein richtiges Ärgernis." Unabhängige Beratung sei kaum zu erhalten.
Der Präsident des Sozialverbands Deutschland (SoVD), Adolf Bauer, forderte, die Riesterrente zwingend in die jährliche Renteninformation einzubeziehen. Es sei nötig, dass eine vollständige Übersicht über die zu erwartenden Leistungen der Altersvorsorge gewährleistet werde. Insbesondere die Frage nach einem individuell sinnvollen Riester-Vertrag sei für viele Interessenten ein Problem. "Dies ist vor allem eine Folge mangelnder Transparenz vieler Riester-Produkte", sagte Bauer der Zeitung zufolge.
Verbraucherschützer: viele Riester-Produkte zu teuer
Zuvor hatte der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) ein Gutachten vorgestellt, demzufolge viele Riester-Produkte zu teuer sind und die Verbraucher über Kosten gar nicht oder nur mangelhaft informieren. Der Verband forderte Preisschilder für Finanzprodukte, Marktwächter und staatliche Non-Profit-Produkte.
Die Hälfte der t-online.de-Nutzer riestert nicht
Bei einer laufenden Umfrage unter 14.600 t-online.de-Nutzern gaben knapp 58 Prozent an, dass sie überhaupt nicht riestern. 22,4 Prozent der Riester-Sparer unter den Befragten setzen auf eine geförderte Rentenversicherung. 15,3 Prozent sparen mit Riesterfondssparplänen fürs Alter. Banksparpläne (3 Prozent) sowie Wohn-Riester (1,5 Prozent) werden kaum von t-online.de-Lesern genutzt.