21.01.2011, 16:06 Uhr | dpa-AFX, dpa-tmn, dapd
Die Rendite bei Lebensversicherungen sinkt weiter (Foto: Archiv)
Versicherer in Deutschland nutzen die Gunst der Stunde und geben niedrige Zinsen an ihre Kunden weiter. Wer eine Renten- oder Lebensversicherung besitzt, muss sich dieses Jahr auf weiter sinkende Renditen einstellen. Schuld daran sind die niedrigen Zinsen für Wertpapiere, in die die Lebensversicherer den Großteil der Kundengelder investiert haben. Das berichtete das "Hamburger Abendblatt" unter Berufung auf eine alljährliche Umfrage bei den 40 größten deutschen Lebensversicherungen. Dennoch sollten Anleger ihre Police nicht vorschnell verkaufen.
Insgesamt 23 der 40 befragten Versicherer wollen die Überschussbeteiligung für 2011 für die Kunden um bis zu 0,4 Prozentpunkte senken, berichtete die Zeitung. Das sind zehn Unternehmen mehr als im Vorjahr. So senkt etwa die Neue Bayerische Beamten Lebensversicherung die Verzinsung von 4,5 auf 4,1 Prozent, die Öffentliche Lebensversicherung Berlin Brandenburg von 3,8 auf 3,4 Prozent und die Volkswohl Bund Lebensversicherung von 4,75 auf 4,35 Prozent. Lediglich bei einer, der Inter Lebensversicherung, steigt sie - von 3,5 auf 3,75 Prozent.
Zu allem Ungemach droht zudem noch eine Absenkung des Garantiezinses - die Mindestverzinsung der Kundenbeiträge nach Abzug aller Kosten. Sie liegt momentan bei 2,25 Prozent und könnte schon im Juli auf 2,0 oder sogar 1,75 Prozent fallen. Die Kunden erhalten aber eine höhere Überschussbeteiligung, die die Unternehmen am Kapitalmarkt erwirtschaften. Diese Größe wird von den Versicherern jährlich neu festgelegt. Und genau hier hat das Ausmaß der Kürzungen bereits jetzt deutlich zugenommen. Denn zwölf Versicherer haben die laufende Verzinsung laut Umfrage um 0,3 Prozentpunkte oder mehr reduziert. Darunter sind namhafte Anbieter wie die Debeka und der Direktversicherer Europa. Kürzungen in diesem Ausmaß gab es im Vorjahr bei lediglich zwei Anbietern.
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Im Durchschnitt ergibt sich auf Basis der Abendblatt-Umfrage eine Überschussbeteiligung von 4,08 Prozent nach 4,23 Prozent für 2010. "Spätestens im nächsten Jahr wird die Vier vor dem Komma nicht mehr zu halten sein", sagte Manfred Poweleit, Herausgeber des Branchendienstes map-Report, der Zeitung. Da die Gesellschaften das meiste Geld in relativ sichere Anleihen stecken und das Zinsniveau seit einiger Zeit sehr niedrig ist, sind höhere Renditen schwierig zu erwirtschaften. Dennoch sei die Rendite "vor dem Hintergrund der hohen Sicherheit der Lebensversicherung und im Vergleich mit anderen Produkten im aktuellen Kapitalmarktumfeld sehr attraktiv", kommentierte ein Sprecher des Versicherungsverbands GDV in Berlin die Zahlen. An dieser Einschätzung ändere sich auch für die kommenden Jahre nichts.
Trotz der sinkenden Zinsen sollten Anleger in finanziellen Notsituationen nicht leichtfertig ihre Policen verkaufen. Denn der Zweitmarkt für gebrauchte Lebensversicherungen sei infolge der Finanzkrise fast vollständig zum Erliegen gekommen, erklärt die Neue Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern. Stattdessen sei die Gefahr gewachsen, von dubiosen Geschäftemachern über den Tisch gezogen zu werden. Ankäufer würden zwar verlockend hohe Summen bieten, wollten das Geld dann aber über einen Zeitraum von mehreren Jahren auszahlen.
Ein besserer Ausweg aus einer Finanzmisere könne das Beleihen der Police beim eigenen Versicherer sein, erklären die Verbraucherschützer. Dies sei oft bis zur Höhe des Rückkaufwertes möglich. Auch könne eine Lebensversicherung beitragsfrei gestellt werden. Bei Garantiezinsen von etwa 3,5 Prozent sei es besser, das Laufzeitende abzuwarten.
Quelle: dpa-tmn , t-online.de , dpa-AFX , dapd
Leni schrieb:
am 7. Januar 2011 um 23:31:36
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Renditen der Lebensversicherung@Hans
Kündigen ist immer schlecht,. Ruhe lassen besser. Die Habenzinsen sind weg. Ausserdem sollte man eine
Altersvorsorge nach Möglichkeit nicht auflösen, da sie als 2. Standbein unverzichtbar ist. Ausnahmen bestätigen jedoch die Regel. Aber erst genau prüfen. Was hat das im übrigen mit Turbokapitalismus zu zun, wenn ich mir mein Altger plane. Wollen sie nur von der Allgemeinheit abhängig sein, die Ihnen die Schnitte Brot abzählt?
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Connie schrieb:
am 4. Januar 2011 um 13:15:32
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Lebensversicherungen
Es zeigt sich auch hier, Menschen wollen betrogen werden. An sich ist die LV ein sinnvolles und eigentlich notwendiges
Produkt. Dieses wurde längst von 'Investoren' als Renditeobjekt entdeckt und als solches genutzt und missbraucht. Wie die Versicherten betrogen werden, zeigt sich u.a. vor allem an deren Beteiligung an den 'stillen Reserven'. Dieser (gesetzl.) Anspruch wurde anderweitig umgehend von den Gesellschaften ’kompensiert’ - nur merkt dies offenbar Keiner. Davon will niemand wissen ....
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GO schrieb:
am 4. Januar 2011 um 10:14:01
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Versicherung
Man sollte Lebensversicherung und Sparen trennen. Bei einer reinen Risikolebensversicherung ist die Leistung im Todesfall
erheblich höher, als bei einer Lebensversicherung mit Sparanteil. Den Sparanteil kann ich in Bundeswertpapiere anlegen, die ich jederzeit verkaufen kann. Kosten entstehen auch keine. Die Rendite ist nicht schlechter als bei den Versicherungen und über die Laufzeit fest. In Summe hat man von 100€ Einsatz erheblich mehr.
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