11.04.2011, 19:47 Uhr | dapd
Immer mehr Menschen setzen auf Wohn-Riester (Foto: Archiv)
Immer mehr Bauherren und Immobilienkäufer setzen auf Wohn-Riester: 2010 hat sich die Zahl der Verträge laut Bundesarbeitsministerium im Vergleich zum Vorjahr auf 491.000 mehr als verdoppelt. Zwar ist Baugeld seit dem Rekordtief im Herbst vergangenen Jahres um rund ein Prozent teurer geworden ist, dennoch war die Baufinanzierung selten so günstig wie heute. "Das staatlich geförderte Wohn-Riester-Modell ist besonders für diejenigen attraktiv, die bauen oder kaufen wollen und die Immobilie selbst nutzen wollen", sagt Liza Banzhaf, Finanzexpertin der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Interessenten sollten die Finanzierungsangebote aber unbedingt vergleichen, denn die Zinsunterschiede seien beträchtlich.
Beim Wohn-Riester werden der Hausbau oder Bau einer Wohnung oder Hauses rückwirkend seit 2008 staatlich gefördert. Die Zulagen betragen pro Erwachsenem 154 Euro jährlich, für jedes Kind 185 Euro, für ab 2008 geborene Kinder sind es 300 Euro. Wer Förderung voll in Anspruch nehmen will, muss zusammen mit den staatlichen Zulagen vier Prozent seines Jahreseinkommens auf den Riester-Vertrag einzahlen. Der geförderte Höchstbetrag beträgt 2.100 Euro. Wer bereits ein Riester-Konto besitzt, kann die Sparsumme vollständig für den Immobilienkauf oder -bau nutzen. Das ist auch empfehlenswert, denn so müssen geringere Kredite aufgenommen und weniger Zinsen gezahlt werden.
Um Wohn-Riester nutzen zu können, benötigen Bauherren oder Käufer ein besonderes Darlehen, das von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zertifiziert sein muss. Das kann ein klassisches Bankdarlehen mit direkter Tilgung und Riester-Förderung sein oder der Kombikredit einer Bausparkasse, der aus einem Bausparvertrag und einem tilgungsfreien Darlehen besteht. Mit dem Darlehen finanziert die Bausparkasse die Bausparsumme vor, bis ein vereinbartes Mindestguthaben angespart und der Bausparvertrag zugeteilt wird. Dann erhält der Kunde sein Guthaben und das Bauspardarlehen.
Das Magazin "Finanztest" der Stiftung Warentest hat jetzt beide Kreditvarianten verglichen. Als Beispiel diente ein Ehepaar, dass ein Haus für 210.000 Euro kauft und 150.000 Euro Kredit benötigt. Die Kombikredite der Bausparkassen sind danach deutlich günstiger als Bankkredite mit ähnlicher Zinsbindung. So werden für das günstigste Angebot der Bausparkassen bei einer Laufzeit von 18 bis 24 Jahren 3,87 Prozent verlangt. Bei den Banken ist die günstigste Finanzierung bei 20 Jahren Laufzeit für 4,46 Prozent zu haben. Grundsätzlich gebe es keinen Grund, auf die staatliche Riester-Förderung zu verzichten, betont Finanztest-Experte Jörg Sahr. Denn die Zinssätze für Riester-Kredite seien nicht höher als die für ungeförderte Darlehen.
Einige Bausparkassen bieten ihre Finanzierungen sogar zu Vorzugszinsen mit unterschiedlichen Rabatten an. "Solche Sonderangebote machen die Riester-Kombikredite zu einem nahezu perfekten Finanzierungsmix", sagt Finanztest-Experte Jörg Sahr. "Sie kombinieren Spitzenzinsen mit hoher Zinssicherheit und einer attraktiven staatlichen Förderung." Allerdings kämen die Topangebote der Bausparkassen nur für Kreditnehmer in Frage, die ein ausreichend hohes Eigenkapital haben. Die meisten Bausparkassen vergeben nur Kredite bis zu 72 oder 80 Prozent des Kaufpreises.
Interessenten, die bei ihrer Hausbank ein Darlehen mit Riester-Förderung erfragen, gucken oft in die Röhre. Denn viele Kreditinstitute haben keine entsprechenden Finanzierungen im Angebot. "Offenbar ist ihnen das Produkt zu kompliziert und man scheut den Aufwand für die Schulung der Mitarbeiter", vermutet VZ-Expertin Banzhaf. Zahlreiche Angebote finden sich dafür bei Baugeld-Vermittlern und Versicherungen.
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Quelle: dapd
Banker schrieb:
am 10. April 2011 um 16:29:11
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Riester
Ich frage mich manchmal wirklich, welche Experten bei Finanztest etc. arbeiten. Wenn ich teilweise die Riester-Produkte sehe, muss
ich herzhaft lachen. Viele Verträge (Bausparmodelle)werden bis zu 13 Jahre vorfinanziert. In dieser Zeit wird nichts getilgt. Irgendwann löst dann der besparte Bausparvertrag die Finanzierung ab. Man muss sich IMMER die Gesamtkosten anschauen, Zinssätze sagen nichts aus, wenn nicht alle anderen Rahmenbedingungen identisch sind...
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